Innovation Guide – Innovationen psychologisch fundiert entwickeln
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Was der Innovation Guide ist
Der Innovation Guide ist ein Ansatz zur Entwicklung psychologisch fundierter Innovationen. Er setzt nicht bei oberflächlich geäußerten Wünschen an, sondern bei den tieferen Bedürfnissen, unbewussten Motiven und unterschwelligen Zukunftsbildern der Konsumentinnen und Konsumenten. So entstehen Innovationen, die mutig und neu sein können – und dennoch den richtigen Nerv der Menschen treffen.
Der Innovation Guide ist dabei kein starres Verfahren, sondern ein Denk- und Arbeitsrahmen für unterschiedliche Innovationsaufgaben: von neuen Produkten und Services über Angebotskonzepte bis hin zu übergreifenden Geschäftsinnovationen.
Was der Innovation Guide leistet
Je nach Zielsetzung entwickelt der Innovation Guide Produkt- und Angebotsprototypen, Konzepte, Propositions oder Business-Strategien. Entscheidend ist: Die entstehenden Lösungen adressieren einen echten psychologischen Bedarf – und haben dadurch eine höhere Chance, relevant, anschlussfähig und erfolgreich zu sein.
Ein Henry Ford zugeschriebenes Zitat bringt das Prinzip auf den Punkt: „Hätte ich die Menschen gefragt, hätten sie sich schnellere Pferde gewünscht.“ Der Innovation Guide fragt deshalb nicht nur nach dem, was Menschen sagen oder sich wünschen. Er arbeitet den psychologischen Kern dahinter heraus: Was bedeutet der Wunsch nach „schnelleren Pferden“ eigentlich? An diesem ‘eigentlichen Bedürfnis’ setzt der Innovation Guide an.
FAQs
Häufige Fragen zum Innovation Guide:
Für welche Aufgaben ist der Innovation Guide geeignet?
Der Innovation Guide eignet sich für nahezu alle Innovationsaufgaben, bei denen Kundenzentrierung eine zentrale Rolle spielt. Dazu gehören die Entwicklung neuer Produkte, Services, Angebote, Formate oder Geschäftsmodelle ebenso wie die Weiterentwicklung bestehender Lösungen.
Er kann eingesetzt werden, wenn ein bestehendes Produktportfolio erweitert werden soll, wenn neue Marktchancen gesucht werden oder wenn ein Angebot bisher nicht die gewünschte Resonanz erzielt.
Für wen ist der Innovation Guide geeignet?
Der Innovation Guide richtet sich an Unternehmen, Teams und Entscheiderinnen und Entscheider, die kundenorientierte Produkte, Services oder Geschäftsmodelle entwickeln möchten: Produktentwicklung, Innovationsabteilungen, Marketing, Strategie, Business Development und Geschäftsführung.
Wie läuft ein Innovation Guide Prozess konkret ab?
Der Innovation Guide ist kein standardisiertes Verfahren, das immer gleich angewendet wird. Er ist ein Denk- und Arbeitsrahmen, der je nach Zielsetzung angepasst wird.
Am Anfang steht meist eine psychologische Exploration des jeweiligen Produkt‑, Service- oder Themenfeldes. Dabei geht es nicht nur darum, Meinungen oder Wünsche der Zielgruppe zu sammeln. Entscheidend ist die Analyse des psychologischen Codes: Welche tieferen Bedürfnisse, Konflikte, Motive und Zukunftsbilder prägen den Bereich? Was suchen Menschen eigentlich – jenseits der Lösungen, die bereits bekannt sind?
Dieser Code wird bewusst auf einer abstrakteren Ebene formuliert. Dadurch löst man sich von bestehenden Produkten, Kategorien und Gewohnheiten. Dadurch entsteht der Raum für schöpferische Zerstörung: Alte Selbstverständlichkeiten werden aufgebrochen, damit neue Lösungen überhaupt denkbar werden.
Aus dem psychologischen Code entwickeln wir gemeinsam mit dem Auftraggeber die kreative Fragestellung. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des weiteren Prozesses. Eine gute Innovationsfrage ist offen genug, um neue Ideen zu ermöglichen, und präzise genug, um die Entwicklung in die richtige Richtung zu führen.
Darauf aufbauend folgen Innovationsworkshops mit eigens konzipierten Kreativtechniken. Die psychologischen Insights und der Code werden dabei so in die Aufgaben eingebaut, dass die Ideenentwicklung automatisch auf die relevanten Bedürfnisse ausgerichtet bleibt. Gearbeitet wird im Plenum, in Kleingruppen und mit Methoden des Visual Thinking. Sinnliche, anschauliche und bildhafte Aufgaben helfen, den Übergang von Forschung zu kreativer Entwicklung leichter und produktiver zu machen. Ergänzend werden empirisch fundierte Personas eingesetzt.
Parallel wird immer auch die Unternehmenssicht berücksichtigt: Marktbedingungen, Wettbewerb, Stärken und Schwächen des Unternehmens, technische Machbarkeit, strategische Ziele, z.B. über eine Befragung der Mitarbeitenden.
Am Ende werden die vielversprechendsten Ideen zu Konzepten, Prototypen oder Angebotsmodellen verdichtet. Je nach Projekt können diese anschließend mit der Zielgruppe getestet, optimiert und weiter ausgearbeitet werden.
Welche Leistungen erhalten Sie von uns – und was haben Sie am Ende konkret in der Hand?
Wir begleiten den gesamten Forschungs- und Entwicklungsprozess: von der psychologischen Exploration über die Analyse des Codes bis zur Formulierung der kreativen Fragestellung, der Konzeption und Moderation von Innovationsworkshops sowie der Ausarbeitung von Ideen, Konzepten oder Prototypen.
Unsere Rolle ist dabei nicht nur moderierend. Wir fordern Teams permanent heraus und sorgen dafür, dass sie nicht zu früh bei naheliegenden Lösungen stehen bleiben. Die Zusammenarbeit ist dabei bewusst kollaborativ. Wir arbeiten eng mit dem Auftraggeber zusammen, idealerweise in interdisziplinären Teams.
Was am Ende konkret vorliegt, hängt von der Aufgabenstellung ab. Möglich sind zum Beispiel: Psychologisch fundierte Innovationsfelder und Ideenräume, Produkt- oder Servicekonzepte, Propositions, Angebots- oder Geschäftsmodellideen, visuelle Mockups, Prototypen oder getestete und optimierte Konzeptvarianten.
Was unterscheidet den Innovation Guide von Design Thinking?
Design Thinking setzt deutlich stärker bei beobachtbaren Problemen und geäußerten Wünschen an. Der Innovation Guide geht einen Schritt tiefer und fragt: Welche tieferen Bedürfnisse oder welche unausgesprochene Vision steckt dahinter?
Ein weiterer Unterschied liegt in der abstrakteren Neuformulierung der Aufgabe. Hier greift der Innovation Guide ein Prinzip auf, das aus der Erfindungsmethode TRIZ bekannt ist: Bevor Ideen entwickelt werden, wird das Problem auf einer grundsätzlicheren Ebene analysiert.
Ein einfaches Beispiel: Wenn man einen Rasenmäher innovieren möchte, könnte man direkt bei den naheliegenden Wünschen ansetzen, und einen besseren Rasenmäher oder einen Rasenmäher-Roboter entwickeln. Der Innovation Guide würde zunächst fragen: Worum geht es eigentlich? Hinter den Wünschen nach einem besseren Rasenmäher könnte der Wunsch nach dauerhaft kurzem und gepflegtem Rasen mit möglichst wenig Aufwand stehen. Diese abstraktere Formulierung öffnet den Lösungsraum, und plötzlich ist nicht nur ein neuer Rasenmäher denkbar, sondern auch eine Rasensorte, die ab fünf Zentimetern nicht weiterwächst.
Was unterscheidet den Innovation Guide von UX-Forschung?
UX-Forschung konzentriert sich häufig auf Nutzungserfahrung, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Optimierung bestehender Interfaces, Produkte oder Services. Sie arbeitet oft iterativ oder nach dem Trial-and-error-Verfahren: testen, verbessern, erneut testen. Das ist wichtig, vor allem wenn ein konkretes Produkt bereits existiert oder ein digitaler Prozess verbessert werden soll.
Der Innovation Guide setzt früher und tiefer an. Er fragt nicht primär, wie eine bestehende Lösung besser funktioniert, sondern welche Lösung aus psychologischer Sicht überhaupt relevant wäre. Er untersucht die tieferen Bedürfnisse und Motive im jeweiligen Markt- oder Lebensbereich und richtet den gesamten Entwicklungsprozess daran aus.
Wie läuft die Zusammenarbeit beim Innovation Guide ab?
Die Zusammenarbeit ist eng, kollaborativ und interdisziplinär. Wir bringen psychologische Forschung, Analyse, kreative Entwicklung und methodische Prozessführung ein. Das Unternehmen bringt sein Markt‑, Produkt‑, Technologie- und Organisationswissen ein.
Gemeinsam definieren wir zunächst die Zielsetzung, danach wird der passende Prozess aufgebaut. Je nach Aufgabenstellung übernehmen wir die psychologische Forschung, die Analyse des psychologischen Codes, die Entwicklung der kreativen Fragestellung, die Konzeption und Durchführung der Innovation-Workshops sowie die Ausarbeitung von Konzepten und Prototypen. Bei Bedarf können auch Visualisierungen, Mockups, in 3D gedruckte Prototypen oder Tests mit der Zielgruppe integriert werden.
Welche Rolle spielt KI beim Innovation Guide?
KI kann den Innovation Guide sinnvoll unterstützen, z.B. bei Vorrecherchen, Markt- und Wettbewerbsanalysen oder bei der schnellen Visualisierung von Ideen, Szenarien und Konzeptvarianten.
Sie ersetzt jedoch nicht den eigentlichen Prozess. Die psychologische Analyse, das Verständnis tieferer Bedürfnisse, die Formulierung des Codes und die kreative Entscheidung, welche Richtung wirklich tragfähig ist, bleiben menschliche Aufgaben.
Welchen Mehrwert hat der Innovation Guide für Marketing und Management?
Innovationen sind riskant. Viele neue Produkte und Angebote scheitern, weil sie zwar technisch möglich, intern plausibel oder kreativ interessant sind, aber keinen ausreichend starken psychologischen Bedarf treffen.
Der Innovation Guide reduziert dieses Risiko, indem er Innovationen von Anfang an auf die tieferen Bedürfnisse der Zielgruppe ausrichtet. Dadurch entstehen Lösungen, die nicht nur neu wirken, sondern für Menschen tatsächlich relevant sind.
Für das Marketing liefert der Innovation Guide eine starke Grundlage für Positionierung, Kommunikation und Proposition. Für das Management schafft er eine fundierte Entscheidungsbasis. Innovationsideen werden nicht nur nach Bauchgefühl oder interner Begeisterung bewertet, sondern danach, ob sie psychologisch tragfähig, strategisch passend und marktrelevant sind.
Fallbeispiele
Innovation Guide — Beispiel 1: Entwicklung eines neues digitalen Angebots
Für ein Medienunternehmen wurde ein neues digitales Produkt entwickelt.
Ziel war es, ein erfolgreiches TV-Magazin, das v.a. in der Zielgruppe 40–60 Jahre beliebt ist, in ein digitales Produkt für eine jüngere Zielgruppe zu übersetzen. Es sollten aber nicht einfach Ausschnitte aus dem TV-Programm für soziale Medien aufbereitet, sondern ein gänzlich neuartiges Angebot entwickelt werden.
Als Basis dienten Grundlagenerkenntnisse zu den Bedürfnissen der Mediennutzenden und ihren Umgang mit Medien sowie zum aktuellen Zeitgeist in Bezug auf die Mediennutzung. Gemeinsam mit dem Auftraggeber wurden zunächst die Sichtweise und Wünsche der Redaktionen herausgearbeitet, flankiert durch eine SWOT-Analyse der Redaktionen.
In Workshops mit Fans des TV-Magazins wurde der psychologische Code des TV-Magazins herausgearbeitet: Was suchen die Zuschauenden ‚eigentlich‘, wenn sie das Format einschalten? In Workshops mit jungen Leuten aus der anvisierten neuen Zielgruppe wurden die Bedürfnisse und Erwartungen an das neue digitale Format analysiert. In den Workshops gemeinsam erstellte Skizzen der Wunsch- und Vorstellungsbilder der Mediennutzenden vertieften das Verständnis und lieferten bereits kreatives Material für die sich anschließenden Innovationsworkhops.
Aus den Erkenntnissen und dem psychologischen Code des TV-Magazins wurde gemeinsam mit der Redaktionsleitung die kreative Frage formuliert. Darin gelang es, die ‚eigentlichen‘ Bedürfnisse komplett unabhängig vom Kanal TV zu formulieren.
In zwei jeweils 3‑tägigen Innovationsworkshops wurden zunächst die vertrauten Denkmuster der Redakteure ‚schöpferisch zerstört‘ und schließlich in Kleingruppen mehrere Ideenkonzepte erarbeitet: Ein YouTube Channel, ein Podcast, eine App und vieles mehr. Die Redaktionen bauten aus den Ideen Prototypen.
Als letzter Schritt wurden diese Prototypen noch bei der Zielgruppe getestet. Die Redakteurinnen und Redakteure führten dafür die Gespräche mit den Nutzenden nach einer kurzen Anleitung durch uns selbst durch. Gemeinsam wurde daraus der ‚Winner‘ gekürt, der dann kurze Zeit später als Podcast und Instagram-Channel gelauncht wurde.
Innovation Guide — Beispiel 2: Entwicklung touristischer Angebots-Pauschale
Für eine touristische Destination wurden neue Angebote für einen Gesundheitsurlaub entwickelt.
Die psychologische Basis dafür waren auch hier Grundlagenstudien zu den Motiven, gesundheitsorientierten Urlaub zu buchen sowie zu verschiedenen Typen von Gesundheitsurlaubern.
Daraus wurde der psychologische Code ermittelt und in eine kreative Frage überführt, sowie Personas der relevanten Zielgruppe (Nachfragetypen) entwickelt. Für die Innovations-Workshops in Präsenz und online wurden Kreativtechniken entwickelt, in die diese psychologischen Insights bereits eingebaut waren. Eine flankierende SWOT- und Positionierungsanalyse erarbeitete die relevanten Innovationsfelder speziell für diese Destination.
In den Workshops wurden nicht nur eine Reihe von neuen Angeboten entwickelt, die sowohl unique für die Destination sind, sondern auch zielgenau die Bedürfnisse der potentiellen Gäste treffen. Es wurde auch eine übergreifenden Strategie und Positionierung für die Region entwickelt, an der sich alle zukünftigen Aktivitäten und Marketing-Maßnahmen ausrichten können.